2. jetzt sind wir Zuhause - Umzug in das Miethaus

06.08.2020

Mit dem Umzug in unsere feste Bleibe wurde alles etwas einfacher. In Australien schliesst man begrenzte Mietverträge, meist Jahresverträge ab. Es ist generell aber unüblich zu mieten, die meisten kaufen auch wenn es nur für wenige Jahre ist. Daher ist die Suche nach einem schönen und nicht allzu überteuertem Objekt nicht ganz einfach. Auch hier hatten wir einfach grosses Glück. Wir fühlten uns vom ersten Moment an puddelwohl. Dies färbte sich auch auf die Kinder ab, denn beide schliefen plötzlich durch. Leider nicht für immer, denn die Zähnchen unserer Kleinen Maus hatten einen anderen Plan. Erstaunlich schnell hat sich einen Alltag eingependelt und damit gab es Luft für die nächsten Schritte.

Die erste Priorität war beim Schulsystem einen Durchblick zu erhalten.

Der Start im Kindergarten

Die Möglichkeiten vom Vorschulalter sind riesig. Es gibt keinen Pflichtkindergarten.  Aber so ziemlich jedes Kind besucht eine Preschool Einrichtung. Diese kann eigenständig als Kindergarten, in einer Kindertagesstätte oder bei einer Primarschule angegliedert sein. Einige sind vom Staat subventioniert und andere wiederum nicht. Anders als wir es gewohnt waren, muss man sich frühzeitig um die Anmeldungen für einen staatlichen Kindergärten kümmern, die Plätze sind rar. Auch für die Schule nach Wahl muss man sich frühzeitig anmelden. Man hat zwar in einer regionalen Schule einen Platz auf sicher, aber es kann gut sein, dass dies keine gute Schule ist. Auch hier hatten wir wieder Glück, denn gerade in dieser Zeit als wir uns mit diesem Thema befassten, startete die Einschreibung für den Kindergarten, wenig später startete die Einschreibung für die Schule (für das Jahr 2022!).

Unser kleine Sohnemann wird im Januar 2021 mit dem staatlichen Kindergarten starten. Damit es sprachlich nicht einen zu grossen Schock ist, haben wir uns entschieden, ihn in einen Art privaten "Vorkindergarten" für Kinder zwischen 3-5 zu geben. Leider erliess der liebe Bundesstaat zu diesem Zeitpunkt ein neues Gesetzt und verpflichtete alle Kinder, sich nach dem australischen Standard impfen zu lassen, ansonsten darf kein Kindergarten und keine Kinderbetreuung besucht werden. Da wir unsere Kinder nach unserem besten Wissen und Gewissen aus dem Heimatland geimpft hatten, kamen wir in ein ziemliches Dilemma. Nach grossem Ringen entschieden wir uns für die Nachholimpfungen. Einmal entschieden ist es auch eine kurze Sache oder nicht? Nicht hier und nicht für uns "Visa-Holder". Der Termin stand beim Arzt und wir schafften es unseren Sohnemann positiv gestimmt aber unbeschönigt was ihn erwartet rechtzeitig zum Termin zu bringen. Zu meinem Erstaunen gab es aber keine Impfung sondern nur ein Vorgespräch. Ein Gespräch, keine Untersuchung nichts, einfach nur die Frage "is he healthy? any allergies?" und ich so "yes, healthy, no allergies". Dann gab sie mir eine Verschreibung und einen neuen Termin. Mit dieser Verschreibung mussten wir dann vorgängig des Termins die Impfungen organisieren. Die Ärztin meinte noch, dass es diese Impfungen in jeder Apotheke gäbe. Mit diesem Nebensatz im Ohr kümmerte ich mich bis zum Vortag des Impftermins nicht wirklich darum. Ich schickte meinen lieben Ehemann mit den Verschreibungen zu einer Apotheke und er durfte die Suppe auslöffeln. Keine Apotheke hatte alle Impfungen, er musste insgesamt eine Stunde in den Süden fahren, um alle Impfungen zu erhalten. Als er da ankam, wollte man sie ihm nicht geben, weil sie stets gut gekühlt sein müssen und nicht über Nacht in einem Haushalt gelagert sein sollten. Dinge, die wir noch nie gehört haben. Letzten Endes hat er sie bekommen, aber das ungute Gefühl blieb natürlich, denn es geht ja um die Gesundheit des Kindes...

Inzwischen ist er gestartet - für seine Verhältnisse gut. Denn er war noch nie ein Freund von "Fremdbetreuung"... ;)

Unser neues Zuhause

Das Miethaus ist gerade auch für mich ein kleiner Traum. Ich hatte noch nie eine Waschmaschine auf gleicher Ebene. Zudem kann ich die Kinder einfach ziehen lassen, denn der ganze Gartenbereich ist sicher eingezäunt. Zuvor war ich viele Treppen gewohnt und überlegte mir es immer sehr gut, ob ich alles hatte, als wir nach draussen gingen. Denn falls etwas vergessen ging, musste die ganze Mannschafft gepackt werden und wieder die Treppen bis zur Wohnung erklimmt werden. Es klingt banal und wenn man nichts anderes kennt funktioniert es gut, doch nun weiss ich wie viel einfacher es mit kleinen Kindern ist, wenn man einfach nur die Türe öffnen kann und schwubs sind sie draussen. Natürlich hat diese Wohnform auch Nachteile, denn man muss sich immer verabreden, um in Kontakt zu kommen. Auch unser kleine Sohnemann vermisst die spontanen Spielstunden mit den Nachbarskindern, aber mal schauen wie es im Sommer wird. Viele Fotos und Eindrücke findest du im Album unter "unser Zuhause" (vergesse nicht dich für den internen Bereich anzumelden).